Deutsch   |   English Dienstag, 21. Mai 2013
Geschichte - rund um den VIERSEITHOF

Der VIERSEITHOF, im Jahre 1782 von einem Tuchfabrikanten im Stil des preußischen Barock gebaut, gehört zu den exklusivsten und schönsten Häusern Brandenburgs. 
 
Zeichnung vom Vierseithof1781
Per Dekret vom 12. Oktober erteilt Friedrich II. von Preussen die Konzession zum "Betrieb einer Wollzeugfabrik nach Geraer Art" an den Frankfurter Kaufmann Thomas de Vins.

1782-1785
De Vins baut das Herrenhaus als Wohnsitz für sich und seine Familie. Im selben Zeitraum entsteht die "Große Fabrik" auf Kosten des preußischen Staates für 75.000 Taler.
 
Bis 1799
Bis Ende der der neunziger Jahre wirtschaftlicher Aufschwung des Tuchmacherhandwerks, von dem auch die Stadt profitierte.
 
Ab 1800
Durch eine Absatzkrise folgte dem kurzen Aufschwung ein erschreckender Niedergang. Das Streichen von staatlichen Vergünstigungen bedeutete für De Vins und viele andere Tuchmacher den finanziellen Ruin. 
 
1806
Für 2000 Taler erwirbt der Fabrikant Busse die Fabrik. Der Absatzmarkt hatte sich auf Grund einer Kontinentalsperre Napoleons für englisches Tuch wieder verbessert.
Busse führt die kapitalistische Industrieproduktion ein. 1828 kommen erstmals Dampfmaschinen zum Einsatz. Busse nimmt als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Einfluß zum weiteren Ausbau seiner Fabrik.
 
Zur Geschichte des Hauses
1841
Durch den Anschluß der Stadt an die Eisenbahnstrecke Berlin-Halle (Anhalter-Bahn), setzt in Luckenwalde eine stürmische industrielle Entwicklung ein.
 
1866
Elf kleinere und mittlere Tuchfabriken gehen Konkurs weil der USA-Markt Schutzzölle einführte. Die "Große Fabrik" aber wächst. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Stadt eine typische Ackerbürgerstadt mit ländlichem Charakter. Bis zur Jahrhundertwende entwickelt sie sich zu einer blühenden Industriestadt
 
1885
Der dem Herrenhaus gegenüberliegende Gebäudeflügel des VIERSEITHOF wurde gebaut, da ein Gebäudeteil direkt an der Durchfahrtstrasse, dem Haag, liegen sollte. Bis in die 1920er Jahre entstanden dann die West- und Ostflügel. Damit erhielt der VIERSEITHOF sein heutiges Aussehen und seinen denkmalgeschützten Namen.

1870-1930
Ständige Umbauten und Neubauten auf dem Gelände der Fabrik. Die "Große Fabrik" übersteht den 1. Weltkrieg mit positiver Bilanz durch die Herstellung von Tuchen für Soldatenuniformen. 
 
1941
Übernahme der Fabrik durch das Volkswagenwerk als Reparaturwerk. Der letzte Besitzer, Franz Pariser wurde im Rahmen der Judenverfolgung des nationalsozialistischen Terror - Regimes ausgebürgert.
 
nach 1945
wieder Tuchfabrik. In der Stadt lebten mit 31.000 Einwohner mehr Menschen als vor dem Krieg. Flüchtlinge aus allen Gebieten und vor allem aus dem zerbombten Berlin bevölkern die fast unversehrt gebliebene Stadt
Zur Geschichte des Hauses
Der VIERSEITHOF zu Beginn der
Restaurierungsarbeiten im Februar 1996
 
bis 1990
VEB Volltuch Luckenwalde
 
1990
Beendigung der Produktion
 
1993 - 1997
Übernahme des Fabrikgeländes durch die
Berliner Unternehmensgruppe HABERENT.
Abriß der meisten Produktionsgebäude.
Die alte Maschinenhalle bleibt erhalten
und wird restauriert.
 Ab 1997 Nutzung als Kunsthalle VIERSEITHOF. 
Zur Geschichte des Hauses
Der VIERSEITHOF heute
 
Wohnungsneubau auf ehemaligen Fabrikgelände
Restaurierung des VIERSEITHOF zum Vier Sterne Hotel mit zwei Gastronomien, Wellnessbereich, einer hauseigenen Kunstsammlung und der Kunsthalle VIERSEITHOF.
 
September 1997
Eröffnung des Hotels VIERSEITHOF.
Eröffnung der Kunsthalle VIERSEITHOF.